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  In aller Freiheit


In aller Freiheit
Franz Anton Cramer
In aller Freiheit

Tanzkultur in Frankreich zwischen 1930 und 1950


Broschur mit Schutzumschlag
216 Seiten

ISBN: 978-3-938880-18-0

28,00 €
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Inhaltsverzeichnis

Leseprobe


Zum Buch

In der Geschichte des modernen Tanzes in Europa ist die gesellschaftlich-politische Seite zugunsten der rein ästhetischen Definition tendenziell vernachlässigt worden. Aber auch die künstlerischen Ideale könnten bereits auf eine Weise gesellschaftlich determiniert sein, die eine Trennung der ästhetischen von der gesellschaftlichen Dimension des modernen Tanzes überhaupt problematisch erscheinen lässt. Womöglich stellt gerade der Versuch, die gesellschaftlichen Kontexte auszublenden, viel eher einen Verrat am Wesenskern der (Tanz-)Kunst dar als der umgekehrte Vorgang. Denn Tanz thematisiert die Grenzen das Möglichen. Deswegen kommt ihm im modernen Gesellschaftsbild eine künstlerisch und ästhetisch privilegierte Rolle zu. Aber er setzt sich damit immer auch in besonderem Maße dem Risiko der kritischen Gewalt aus.

Diese Überlegungen nimmt Franz Anton Cramer zum Ausgangspunkt seiner Untersuchung des Zusammenhangs von gestalterischer Vielfalt und autoritativer Vereinnahmung, von künstlerischer Weite und begrifflicher Enge des modernen Tanzes, und zwar am Beispiel der Tanzkultur in Frankreich zwischen 1930 und 1950. Auf der Grundlage einer Vielzahl von Quellentexten – u.a. von Louis Séchan, Roger Lannes, Raymond Bayer, Jérôme Bouxviller oder Gaston Bachelard – wird nachgezeichnet, wie in steter Auseinandersetzung mit den totalitären Denkformen und beseelt von einem humanistischen Ethos ein zukunftsweisendes Nachdenken über Tanz und seine Bedingungen, über den Zusammenhang von Vielfalt und Eintracht, Technik und Kunst, Methode und Erkenntnis entstand. Dabei wurde eine Konzeption der schöpferischen Freiheit entwickelt, die bis heute kulturpolitisch wirksam bleibt.

Gestaltung und Präsentation des Bandes sollen die Vielschichtigkeit des Untersuchungsgegenstandes auch visuell fortführen. Das Buchprojekt wird im Rahmen von Tanzplan Deutschland gefördert. Tanzplan Deutschland ist eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes.



Autor

Franz Anton Cramer, Dr. phil., 1984 bis 1987 Tanz- und Bewegungsausbildung in Frankreich, Österreich und Spanien. Studium der Hispanistik, Kunstgeschichte, Arabistik und Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin, 1998 Promotion (Der unmögliche Körper. Etienne Decroux und die Suche nach leibhafter Theatralität. Tübingen 2001). Kontinuierliche Tätigkeit als Publizist und Kritiker (u.a. für Frankfurter Rundschau, Theater der Zeit, corpusweb.net). 2003/4 kommissarischer Geschäftsführer des Tanzarchivs Leipzig. 2004 bis 2006 Forschungsstipendiat des französischen Kulturministeriums und Gastwissenschaftler am Centre national de la danse. Seit 2007 Dozent im neu entwickelten Studiengang „Zeitgenössischer Tanz, Kontext, Choreographie“ im Rahmen des Hochschulübergreifenden Zentrums Tanz Berlin sowie Leiter eines Forschungsvorhabens über „Au delà de l’esthétique: danse et crise“ am Collège international de philosophie in Paris



Pressestimmen

"Mit „In aller Freiheit“ legt Franz Anton Cramer eine aufschlussreiche Studie vor, die das Nachdenken über Tanz in Frankreich zwischen 1930 und 1950 nachzeichnet. (...) Die historische und gesellschaftliche Dimension stets im Blick behaltend, schält er – als ein Plädoyer für die Vielheit und die Freiheit des Tanzes – die Besonderheit der französischen Debatte behutsam hervor."
Julia Wehren, goethe.de (Rezension auf den Webseiten des Goethe-Instituts)





Gesamt: 0,00 €

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